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BORAN BURCHHARDT
Sands
Installation, Skulptur, Video
Eröffnung: Freitag, 21. April, 19.00 – 21.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 22.04. - 27.05.06
Pressemitteilung
Anstelle der üblichen Einladungskarten verschickte die Galerie artfinder 800 Salz- und Sand-Multiples des Künstlers Boran Burchhardt, um die Einzelausstellung des jungen Hamburgers (*1973) anzukündigen.
Seit 2004 erkundet Burchhardt Sand als Material für Plastiken – unvergessen ist der Porsche Carrera, den er anlässlich seiner Diplomausstellung an der HfBK (2005) installierte: Einem Fossil gleich wuchs das geschwärzte Sand-Auto aus dem Boden des Ausstellungsraums, ein Fundstück zukünftiger Archäologen.
Für die Ausstellung bei artfinder trat dem Sand ein zweites Material zur Seite – das Salz. Auch hier interessiert sich der Künstler dafür, das eigentlich „Lose“ in eine feste Form zu bringen, aber Salz steht für ihn darüber hinaus noch in einem anderen Kontext: Ehemals eine kostbare Währung, die lange Wege transportiert wurde und dazu diente, Lebensmittel haltbar zu machen – heute als Billigprodukt in jedem Supermarkt zu haben.
Die ausgesandten Multiples tragen den Schriftzug „Sands“, der nicht nur auf eins der Materialien verweist, sondern gleichzeitig dem Schriftzug nachempfunden ist, der einst vor einem der berühmtesten Hotels und Casinos von Las Vegas prangte. Im „Sands“ gaben Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. legendäre Konzerte; das Casino diente als Schauplatz der Originalfassung von „Ocean’s Eleven“. 1996 musste es dem Neubau des „Venetian“ Platz machen und wurde gesprengt. Auch durch diesen Brückenschlag in eine verschwundene, glamouröse Vergangenheit wird nach der Erinnerung und der Erinnerbarkeit von Dingen gefragt, die – wie der Porsche Carrera – als „Mythos“ über sich selbst hinausweisen und Angriffsflächen für zahlreiche (romantische) Projektionen bieten.
Für seine erste Galerieausstellung hat Boran Burchhardt einen konsequent konzeptuellen Ansatz gewählt, der u.a. bedeutet, dass im Vorfeld der Ausstellung nur das vermittelt wird, was bereits zu sehen ist, sprich: Die Multiples. Den Betrachter erwarten Skulpturen, bildnerische Arbeiten, Installationen und Videos.
Auf eine Einführungsrede wurde ebenfalls bewusst verzichtet – der Künstler geht davon aus, dass seine Arbeiten in der Interaktion mit dem Betrachter erfahrbar werden und nur wenig Zusatzinformation benötigen, um lesbar zu sein. Erst nach der Vernissage soll ein Text geschrieben und veröffentlicht werden, der die unterschiedlichen Ausstellungsstücke bespricht und Burchhardts künstlerische Positionen auch reflektierend darzustellen sucht.
Text: Dagrun Hintze
Weitere Arbeiten und Informationen zu BORAN BURCHHARDT, siehe unter "künstler".
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