Galerie | Mathias Güntner
 



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CHRISTINA ZURFLUH: IN BLUETHE


20. Januar - 17. März 2012

In ihrer ersten Ausstellung in Hamburg zeigt Christina Zurfluh Arbeiten aus den letzten drei Jahren, die sich mit den Überschneidungen und fließenden Grenzen von Malerei und Bildhauerei und deren Wirkungen im Raum auseinandersetzen. Es ist ein Thema, das die Künstlerin seit vielen Jahren interessiert und das sie in einer Intensität und Radikalität und Ernsthaftigkeit auslotet, wie es nur wenige KünstlerInnen vermögen. Es geht weder um eine Gewichtung von Materialität und Form, Zufall und Konzept oder Fläche und Objekt, noch um deren Ausschlussverfahren. Es geht vielmehr um die Verknüpfung dieser Pole zu einem Körper, in den man hineinblicken kann. Zurfluhs Arbeiten schöpfen aus der langen Geschichte der Malerei und bauen durch spielerisches Experimentieren mit Materialität und Erfahrung neue Räume für die BetrachterInnen auf.

Die Künstlerin schafft abstrakte, schwere Körper aus geschichteten, aufgerissenen oder geschliffenen Acrylschichten, aber auch leichte, strömende Malerei auf Plastikfolien, die vor oder nach dem Farbauftrag gefaltet und nach einer von der Künstlerin bestimmten Einwirkungsdauer wieder geöffnet werden. All diese Objekte können in ihrem unterschiedlichen Erscheinen (in Gewicht, Ausdehnung, Farbigkeit, dem künstlerischen Eingriff und zufällig ablaufenden Produktionsprozessen) visuell gedacht und mittels eines mentalen Simulationsverfahren für den Blick in den eigenen Körper genutzt werden. Zurfluhs konstruierte Schichtmodelle mit dem Titel „Black“ bieten Denk-Räume, die sich von außen nach innen - wie in einer Erinnerungslandschaft - hinein in die Unebenheiten dieses Volumens öffnen. Die Arbeiten auf Plastikfolie mit dem Titel „Strom“ erschließen sich im umgekehrten Denkvorgang von innen nach außen, und entwickeln durch das „innere“ Fließen der Farbe und den dadurch in Gang gesetzten unbeeinflussbaren Veränderungsprozess eine Dynamik, die auch den umgebenden Raum in seinen Begrenzungen in Bewegung bringt.
„Das Gedächtnis ist der Körper des Denkens“, sagt Paul Valery. Christina Zurfluh schafft abstrakte Körper in denen das Gedächtnis wiedergefunden werden kann.

Text: Gabriela Gantenbein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 
aktuelle Ausstellung:
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